26.11.08

Demokratie different

Le Bon schreibt Ende des 19. Jahrhunderts:

"Ich beschränke mich auf die Bemerkung, daß gerade die gebräuchlichsten Worte bei den verschiedenen Völkern die verschiedenste Bedeutung haben. So zum Beispiel die Ausdrücke "Demokratie" und "Sozialismus", die heute soviel gebraucht werden."

Weiter schreibt er, direkt im Anschluß:

"Sie entsprechen in Wirklichkeit für die lateinische und die angelsächsische Seele inhaltlich (und bildlich!) völlig entgegengesetzten Vorstellungen.
Bei den lateinischen Völkern bedeutet das Wort Demokratie vor allem die Auslöschung des Willens und der Tatkraft des Einzelnen vor dem Staat. Dem Staat wird immer mehr aufgeladen, er soll führen, zentralisieren, monopolisieren, fabrizieren. An ihn wenden sich beständig alle Parteien ohne Ausnahme: Radikale, Sozialisten, Monarchisten.
Bei den Angelsachsen, namentlich bei den Amerikanern (das war vor Roosevelt und Wilson, Anm. d. Red.), bedeutet dasselbe Wort im Gegenteil die angespannteste Entfaltung des Willens und der Persönlichkeit, das möglichste Zurücktreten des Staates"

Soweit zum differenten Demokratieverständnis.
Ob nun aber Demokratie und Rechtsstaat tatsächlich vereinbar sind, ist eine andere Frage.

1 Kommentar:

Stefan Sedlaczek hat gesagt…

Demokratie ist Nationalsozialismus. Die USA waren seinerzeit noch eine Republik.
Die kleinbürgerliche Variante der Demokratie nennt sich Faschismus, die weltmännische Bolschewismus (= Mehrheitlerei) und befindet sich auf dem Höhepunkt ihres Siegeszuges um die ganze Welt. Vielleicht sogar schon etwas über dem Zenith. In Europa versucht man es wieder mit einem elitären Kommunismus und die USA sind längst im Faschismus versumpft und marschieren in Richtung demokratischer Polizeistaat.
Diese Entwicklungen sind nicht alternativlos. Es ist auch möglich, daß sich die Menschen auf eine gottesfürchtige Selbstbestimmung besinnen - und ihre Mitmenschen in Ruhe lassen und nicht mehr "regieren".
Viele verstehen auch "Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung" als Demokratie. Übersehen dabei jedoch, daß Demokratie bestenfalls Mitbestimmung ist - zu oft auch, wegen Parteigang und Parlamentarismus - in Sachen, die einen tatsächlich gar nichts angehen. Weniger Demokratie wagen, kann also sehr befreiend sein.