Ja, lesen Sie das nur. Ist ja umsonst, kostenlos. (Glauben Sie das?)
Gegenwärtigen Sie sich bitte, daßß (geiler Rechtschreibfehler) es die folgenden Zeilen nicht gäbe, gäbe es die Freiheitsfabrik nicht. Nun ja, das ist so.
Hier.
Biologie, Chemie, Physik: Ist das der Mensch?
Begreift er, wer er ist?
Es hilft, wenn er einteilt, sich einen Überblick verschafft.
Der Mensch.
Er kommt daher, weiß nichts davon.
Geht daher, stolz und überheblich -
klein und gestierlich
unbändig und unterdrückbar
unverständig und belehrbar
unbelehrbar und verständig
wissend, ahnend
stotternd sich entäußernd
unkalkulierbar
unbestimmt, gestikulierend
unverstanden, einsam,
gesellig, irrig,
hoffend, liebend, sich einmal mehr entäüßernd
noch einmal
und noch und nöcher
ja
Ja?
Er ist noch da: Der Mensch
unruhig, artikulierend
unverstanden
wild, erotisch, überkopf
unterirdisch
saufend, rauchend, verstörend aneignend
versuchend, versucht
wieder mal störend, verhaßt
furchtbar gebremst, nicht getötet
noch
noch nicht
wehe dir
die angst, geboren im anderen
kontakt
Schrecken! Mißgeburt! Elend! Versagen! Horror! Irrsinn! Verzweiflung! Unwissenheit! Unvermögen!
Du
Ich
Schnell! Der Wahn
einst geboren
jetzt da
nicht mehr
nicht weniger
überwunden
geliebt.
Geliebt
Vorbei
.
4.4.11
27.3.11
Das generative Problem
Angeregt durch eine Lektüre auf den Webseiten der Freiheitsfabrik und der dortigen höchst lesenswerten Kommentare (Link) fiel mir wieder ein Thema ein, über welches ich bereits vor einiger Zeit sinnierte: Das generative Problem.
Die Betrachtung der Eigenarten der Zeitachse sollte eigentlich ein großes Thema bei den Anarchen und Anarchisten sein. Archos hat ja auch die Bedeutung des Hergebrachten, Überlieferten. In dieser Beziehung haben wir tatsächlich schon fast anarchische, eher ideologisch anarchistische Verhältnisse. Die Jugend, die Heranwachsenden, werden systematisch von den Alten und Eltern abgeschnitten. Diese Tendenz hält an. Man spricht von der Generation Golf oder Generation X und findet allenthalben sogar Jahrgangsbücher. Jedes Geburtsjahr wird zu einer Generation, die gerade keine mehr ist. Die Heranwachsenden werden jahrgangsweise in Klassen sortiert und fern des Lebens kaserniert. Politik, Medien und Industrie forcieren das generative Problem. Bildung ist kein Aufbau mehr, sondern ein Jahr für Jahr erfolgender Neubau. Die durch solche "Bildung" generierten "Generationen" bleiben vereinzelt und können nur wenig aus dem Fundus der Erfahrungen der Vergangenheit schöpfen. So werden Generation für Generation immer wieder dieselben Fehler gemacht, der Mensch bleibt massenweise lenkbar und ausnutzbar.
Die Arche war einst der Lebensretter allen Lebendigens - und wäre es heute auch noch. Wo sie fehlt, fehlt Entwicklung. Dies senkt zwar die Kosten der Antizipation, muß aber in die Irre führen. Leider verlernen ganze Generationen dadurch auch noch bestmögliches Antizipieren. Dies ist wohl auch der Grund dafür, daß heute die Partizipation so weit verbreitet ist, im Grunde sogar total. Die vom Menschheitsarchiv abgeschnittenen Generationen suchen ihr Heil nun unter sich, die Zeitachse ist erstarrt, auch darum dreht sich nun alles um den Demos, die Nation, die punktierte "Generation" als Jahrgang. Als Handelnder ist der Mensch auf den Nächsten angewiesen. Seine Begrenztheit kann er nicht mehr auf der Zeitachse überwinden, so versucht er es, dort wo er harrt und fragt notgedrungen seinesgleichen in "seiner Zeit", hoffend, so zumindest ein wenig seine Begrenzung aufheben zu können. Er tauscht sich dabei aus wie Gefangene untereinander, die freie Welt draußen steht ihm nicht bereit. Dies ist der Welten Untergang. Und dies ist das Ende der Geschichte.
Die Betrachtung der Eigenarten der Zeitachse sollte eigentlich ein großes Thema bei den Anarchen und Anarchisten sein. Archos hat ja auch die Bedeutung des Hergebrachten, Überlieferten. In dieser Beziehung haben wir tatsächlich schon fast anarchische, eher ideologisch anarchistische Verhältnisse. Die Jugend, die Heranwachsenden, werden systematisch von den Alten und Eltern abgeschnitten. Diese Tendenz hält an. Man spricht von der Generation Golf oder Generation X und findet allenthalben sogar Jahrgangsbücher. Jedes Geburtsjahr wird zu einer Generation, die gerade keine mehr ist. Die Heranwachsenden werden jahrgangsweise in Klassen sortiert und fern des Lebens kaserniert. Politik, Medien und Industrie forcieren das generative Problem. Bildung ist kein Aufbau mehr, sondern ein Jahr für Jahr erfolgender Neubau. Die durch solche "Bildung" generierten "Generationen" bleiben vereinzelt und können nur wenig aus dem Fundus der Erfahrungen der Vergangenheit schöpfen. So werden Generation für Generation immer wieder dieselben Fehler gemacht, der Mensch bleibt massenweise lenkbar und ausnutzbar.
Die Arche war einst der Lebensretter allen Lebendigens - und wäre es heute auch noch. Wo sie fehlt, fehlt Entwicklung. Dies senkt zwar die Kosten der Antizipation, muß aber in die Irre führen. Leider verlernen ganze Generationen dadurch auch noch bestmögliches Antizipieren. Dies ist wohl auch der Grund dafür, daß heute die Partizipation so weit verbreitet ist, im Grunde sogar total. Die vom Menschheitsarchiv abgeschnittenen Generationen suchen ihr Heil nun unter sich, die Zeitachse ist erstarrt, auch darum dreht sich nun alles um den Demos, die Nation, die punktierte "Generation" als Jahrgang. Als Handelnder ist der Mensch auf den Nächsten angewiesen. Seine Begrenztheit kann er nicht mehr auf der Zeitachse überwinden, so versucht er es, dort wo er harrt und fragt notgedrungen seinesgleichen in "seiner Zeit", hoffend, so zumindest ein wenig seine Begrenzung aufheben zu können. Er tauscht sich dabei aus wie Gefangene untereinander, die freie Welt draußen steht ihm nicht bereit. Dies ist der Welten Untergang. Und dies ist das Ende der Geschichte.
12.3.11
Die Gefahren der Atomkraftwerke
Joseph Kardinal Höffner, Erzbischof zu Köln, sagte einst zu den Gefahren der "friedlichen Nutzung der Kernkraft", daß es Risiken gäbe, deren Folgen so gewaltig seien, daß ihre geringe Wahrscheinlichkeit diese nicht rechtfertigen könne.
Dies geht ganz in die Richtung dieses Beitrages zu den
Gefahren der Atomkraftwerke
von Crisis Maven in einem Online-Forum.
Sehr lesenswert, wie ich finde.
Und auch zur "esoterischen" Wahrnehmung Russels hat er etwas zu sagen, ich zitiere:
"Völlig richtig ist, daß es Leben in unserem Sinne auf einem Planeten erst geben kann, wenn die primordiale Radioaktivitaet bereits soweit abgeklungen ist, daß nur noch ein paar langlebige, schwere Isotope, eben bei uns Uran und Thorium, übriggeblieben sind, die aufgrund der Schichtungsverhältnisse durch ihr spezifisches Gewicht in tieferen Schichten zu liegen kommen. Dort strahlen sie noch eine Weile weiter und erwärmen unsere Biosphäre ohne ihr gefährlich werden zu können.
Wehe aber, man holt sie von dort herauf und zertrümmert sie wieder in die Radionuklide, die bereits verschwunden waren und setzt diese in der Nahrungskette und Atmosphäre frei - in der Tat, wie Russell wohl auszuführen scheint, erzeugt man dann die lebensfeindliche Umgebung, wie sie vor Jahrmilliarden herrschte."
Wer sich für Russels Darlegungen interessiert, wird hier fündig:
Walter Russel
und insbesondere in folgenden Büchern: Walter und Lao Russell, Radioaktivität, Das Todesprinzip in der Natur.
Wer etwas weiter ausholen möchte, dem sei das Buch von Igor R. Schafarewitsch empfohlen mit dem Titel: Der Todestrieb in der Geschichte. Das ursplüngliche Buch ist gelegentlich noch bei Eurobuch oder neu aufgelegt bei Amazon erhältlich.
Dies geht ganz in die Richtung dieses Beitrages zu den
Gefahren der Atomkraftwerke
von Crisis Maven in einem Online-Forum.
Sehr lesenswert, wie ich finde.
Und auch zur "esoterischen" Wahrnehmung Russels hat er etwas zu sagen, ich zitiere:
"Völlig richtig ist, daß es Leben in unserem Sinne auf einem Planeten erst geben kann, wenn die primordiale Radioaktivitaet bereits soweit abgeklungen ist, daß nur noch ein paar langlebige, schwere Isotope, eben bei uns Uran und Thorium, übriggeblieben sind, die aufgrund der Schichtungsverhältnisse durch ihr spezifisches Gewicht in tieferen Schichten zu liegen kommen. Dort strahlen sie noch eine Weile weiter und erwärmen unsere Biosphäre ohne ihr gefährlich werden zu können.
Wehe aber, man holt sie von dort herauf und zertrümmert sie wieder in die Radionuklide, die bereits verschwunden waren und setzt diese in der Nahrungskette und Atmosphäre frei - in der Tat, wie Russell wohl auszuführen scheint, erzeugt man dann die lebensfeindliche Umgebung, wie sie vor Jahrmilliarden herrschte."
Wer sich für Russels Darlegungen interessiert, wird hier fündig:
Walter Russel
und insbesondere in folgenden Büchern: Walter und Lao Russell, Radioaktivität, Das Todesprinzip in der Natur.
Wer etwas weiter ausholen möchte, dem sei das Buch von Igor R. Schafarewitsch empfohlen mit dem Titel: Der Todestrieb in der Geschichte. Das ursplüngliche Buch ist gelegentlich noch bei Eurobuch oder neu aufgelegt bei Amazon erhältlich.
5.2.11
Kredit Kristallkugel
Das - nachträgliche - Pochen auf Vertragserfüllung ist Aberglaube. Die bürgerliche Überzeugung, daß ein jeder einen Vertrag auch in Zukunft zu erfüllen hat, nennt sich Kredit. Nur: Die Zukunft kennt keiner. Wer also darauf rekurriert, ist so modern wie eine Hexe mit ihrem Blick in eine Kristallkugel.
An diesem Aberglauben scheitert die Neuzeit zur Zeit.
Gott sei den Menschen der Moderne gnädig.
An diesem Aberglauben scheitert die Neuzeit zur Zeit.
Gott sei den Menschen der Moderne gnädig.
23.12.10
Gesegnete Weihnacht
Allen Lesern dieses Blogs wünsche ich im Namen des Inhabers eine gesegnete Weihnacht. Er konnte und kann diesen Blog leider aus gesundheitlichen Gründen nicht fortführen.
Ihnen alles Gute
wünscht
M. Bäuerle
P.S.: Die zugehörige Domaine www.wortbildgedanke.de steht zum Verkauf.
Ihnen alles Gute
wünscht
M. Bäuerle
P.S.: Die zugehörige Domaine www.wortbildgedanke.de steht zum Verkauf.
24.5.10
Frohe Pfingsten
Allen, die hier lesen - und allen Menschen dieser Welt die besten Wünsche für ein frohes und gesegnetes Pfingstfest!
2.4.10
Karfreitag
Karfreitag: Tod, Liebe, Hoffnung, Auferstehung.
An Karfreitag ist nichts gewiß. Der Herr geht auf Golgatha und stirbt. Die Welt wird trostlos, ohne Hoffnung. Die weltlichen Mächte scheinen einmal mehr den Endsieg davon getragen zu haben. Doch dann bricht Ostern auf. Der Karfreitag wird überwunden, die Sünde ist dahin. Der Herr ist wahrlich auferstanden - und er ist wahrlich der Herr. Die Welt ist besieget: Durch alle Schöpfung scheint das Sein Seines Heils.
Karfreitag > Ostern
An Karfreitag ist nichts gewiß. Der Herr geht auf Golgatha und stirbt. Die Welt wird trostlos, ohne Hoffnung. Die weltlichen Mächte scheinen einmal mehr den Endsieg davon getragen zu haben. Doch dann bricht Ostern auf. Der Karfreitag wird überwunden, die Sünde ist dahin. Der Herr ist wahrlich auferstanden - und er ist wahrlich der Herr. Die Welt ist besieget: Durch alle Schöpfung scheint das Sein Seines Heils.
Karfreitag > Ostern
21.1.10
Deontologie des Herzens
Auf dem Blog Kultur und Medien online wird über die Demonstration für das Leben von 20.000 Menschen in Paris berichtet. Ich gehe hier auf den dort befindlichen Kommentar von Simon ein – und hole, ob des grundsätzlichen Themas, etwas weiter aus. Ich wünsche Ihnen Freude und Gewinn beim Lesen:
@Simon: Auch ich kenne - und leider mehr als nur einen Fall - wo die Taten nicht den Worten und dem Status gefolgt sind. Die Menschen sind nicht perfekt, sie sind Sünder. Deshalb ist der Heiland gekommen.
Zu zwei ihrer Ausführungen erlaube ich mir noch Anmerkungen, da ich diese für wesentlich halte:
1) "Wer entscheidet, welche falsch sind?" Eine gute und anschauliche Frage. Die gewöhnlichen Antworten sind "die Mehrheit" (Bolschewisten), "der Staat" (Etatisten), "Parlament und Regierung" (Republikaner), "das Volk" (Demokraten), eine in der Neuzeit etwas ungewöhnliche: "die Kirche" (Katholiken). Wie man ein gutes Leben führt, damit beschäftigt sich die Philosophie - schon seit der Antike - unter dem Terminus Ethos. Auch andere Kulturkreise beschäftigte und beschäftigt diese Frage. Aus alledem wird eines klar: Beliebig ist die Sache nicht. Allein schon die mögliche Vorstellung, das Gute und Richtige, erkennen und anstreben zu können, spricht dafür. Ihre Frage wurde aber nicht gestellt, als ein "WAS ist richtig, was ist falsch?", sondern bezeichnenderweise als eine nach dem "WER entscheidet? Hier kommt Autoritätsstreben und Unterwürfigkeit zum Ausdruck, das Richterprinzip wird zum entscheidenden Prinzip erhoben. Auch ohne dies in Frage zu stellen, gebiert dies dann ganz natürlich die Fragen, wer die Autorität hat, also qua Kompetenz in Sachen theologischer, anthropologischer, ja vielleicht auch intuitiver Begründung Gefolgschaft erzeugen kann. Aber nicht nur Logie, sondern auch Sophie, nicht nur der Verstand, auch das Herz und die Seele werden bejahen müssen.
Damit kommen wir zu
2) "In dieser Sache muss jeder in sein Herz schauen, wie er das sieht." Eben noch wurde eine autoritative Person als Entscheidungsträger thematisiert. Nun aber werfen sie jeden auf sich selbst, was wahrscheinlich tolerant klingen soll. Nur sind tolerante Normen eben keine. Wenn sie schreiben, daß in DIESER Sache sich die Sache soundso verhält, dann geben sie damit implizit zu erkennen, daß dies kein Grundsatz, also kein Gesetz im Kant‘schen Sinne ist. Dann aber ist zu begründen, warum ausgerechnet in dieser Sache so zu verfahren ist, in den anderen aber nicht: der Unterschied ist zu begründen. Dies fehlt mir hier. Dann schreiben sie MUSS (das Lieblingswort des Politikers). Wenn damit keine naturgesetzliche Kausalität gemeint ist, was nicht angenommen werden kann, dann ist doch die Notwendigkeit genau dieser (und keiner anderen) Waltung zu begründen. Damit sind wir mitten in einer deontologischen Auseinandersetzung, die, wie schon an anderer Stele dargelegt, hier eben unvermeidlich ist und nicht eingespart werden kann, was selbst aus diesem toleranzkonnotiertem Postulat selbst hervorgeht und es dieses mithin, wenn auch postmodern und zeitgeistig geadelt, als in sich widersprüchlich entlarvt.
Nun ist dies gar kein Wunder. Es ist eben ein vielschichtiges Problem, bei dem die Ebenen nun einmal leicht durcheinanderkommen. Unsere Zeit hat es da besonders schwer. Hinzu kommt, daß Sichtbares und Berührbares uns eben selbst leichter berührt, die Frau, Mutter und Familie, die Sorgen der Aufzucht erfahren deshalb leicht und mehr Empathie als die oder der Ungeborene, unsichtbare Menschen eben. Diese Eindringlinge in das Leben Anderer, obschon man doch "so aufgepaßt hat". Es ist deshalb hilfreich, neben den Schwingungen menschlicher Herzensgüte und des Seelentrostes auch die Vernunft zu gebrauchen. Also zu schauen, ob die eigenen parteinehmenden Herzensregungen auch einer allgemeinen Logik unter Gebrauch bewährter Denkstandards standhalten. Das so erkennbar werdende Gesetz der Lebenserhaltung (siehe erster Kommentar zum Artikel) ist dabei auch deshalb wahr, weil es selbst die Herzensregungen, die anderes gebieten, erst ermöglicht.
Nun sind wir aber auch damit noch nicht fertig, denn auch wenn wir erkennen, daß wir das Leben von Anbeginn schützen sollen, so ist damit noch nicht die Frage beantwortet, wie dies getan werden soll, vielmehr überhaupt getan werden kann. Und hier wird schnell klar, daß die Mutter, und insbesondere die neu gewordene Mutter als Frau, gewonnen werden müssen. Man kann nur Mutter und Kind zusammen schützen, dies ist Natur des Lebens. Lebensschutz fängt als Mutterschutz an, ja als Familienschutz, als Eheschutz. Wenn alle diese gewachsenen und womöglich natürlichen Institutionen aber durch den Herrn "Staat" ersetzt werden (Demokratie zerstört systemimmanent alles zwischen dem "Souverän" "Stimme/Individuum" und dem Abstraktum "Staat"), dann ist alles der Willkür der Mehrheit ausgesetzt, dann gibt es kein richtig und falsch, sondern nur noch ein "basta". Schon heute findet sich in Politikermunde allenfalls zu Sonntagsreden noch ein Wort zu den Familien, von der Ehe aber ist schon gar nicht mehr die Rede. Andererseits werden von Christen Ehe und Familie unchristlich und unwirklich überhöht. Worum es hier aber geht ist, daß sehr wohl erkennbar sein kann, was sein soll. Der Schutz auch des ungeborenen Menschen ist deontologisch geboten. Auch ohne die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse unterließen bereits die ersten Christen die Abtreibung, ja es war ihr Erkennungszeichen: "Christen - das sind die, die keine kleinen Kinder töten", hieß es erstaunt und beeindruckt bei den heidnischen Zeitgenossen damals, die sich gar nicht vorstellen konnten, wie eine Sippschaft, ein "Herd" (Haus/Hof/Familie) überleben sollte unter dieser Maßgabe.
Es ist diese - allzu verständliche und verzeihliche - Kleingläubigkeit, die uns auch heute beherrscht. Gott aber ist groß, wir dürfen ihm vertrauen. Und wir sind berufen seine Werkzeuge zu sein, den Ungeborenen ebenso wie den Schwangeren, den Müttern ebenso wie den Vätern zum Schutze, die Wahrheit Wirklichkeit werden lassen, die in jedem Kinde die Göttlichkeit widerspiegeln läßt, für die uns im Christuskinde ein Zeichen gegeben ist. Diesem Christus nachfolgend gilt die besondere Barmherzigkeit aber dem Sünder, dem Manne, der seine Frau zur Abtreibung drängt und nötigt, der Frau, die über ihr Muttersein so verzweifelt ist, daß sie das Geschenk des Lebens ablehnt. Besonders aber denen, die - womöglich kalt und engagiert - ihr Recht auf ihr Leben über das ihres Nachwuchses stellen. Auch hier weht der Geist der Zeit. Das ganze 20. Jahrhundert hat auf Kredit gelebt, die Schuldenberge sind unermesslich, das "Blut" der Wirtschaft selbst ist staatliches Monopol(y)"Geld" geworden. Unser Geld ist Schuldgeld, verramscht ist alles nach uns schon jetzt. Als wenn wir das wichtigste wären. Da ist viel "archos" verlorengegangen, der Fluß der Zeit wird in kurzsichtiger Weise nur an der Stelle des eigenen Eintretens gesehen, die Zeitpräferenz ist hoch wie nie, die Zukunft zum Verfrühstücken da. Dies sollten Betroffene wie Urteilende zugleich bedenken: wir sind schlichtweg gewöhnt und verführt das Jetzt zu sehen und räumen schon deshalb diesem eine Vorrangstellung ein. Dies schadet dem Nachwuchs, den Kindern: Den Geborenen - und eben auch den Ungeborenen. Und so verbietet sich meist eine Verurteilung, wenn auch das Urteil zum Ethos klar ist. Es bleiben uns Buße und Umkehr zum Heil.
@Simon: Auch ich kenne - und leider mehr als nur einen Fall - wo die Taten nicht den Worten und dem Status gefolgt sind. Die Menschen sind nicht perfekt, sie sind Sünder. Deshalb ist der Heiland gekommen.
Zu zwei ihrer Ausführungen erlaube ich mir noch Anmerkungen, da ich diese für wesentlich halte:
1) "Wer entscheidet, welche falsch sind?" Eine gute und anschauliche Frage. Die gewöhnlichen Antworten sind "die Mehrheit" (Bolschewisten), "der Staat" (Etatisten), "Parlament und Regierung" (Republikaner), "das Volk" (Demokraten), eine in der Neuzeit etwas ungewöhnliche: "die Kirche" (Katholiken). Wie man ein gutes Leben führt, damit beschäftigt sich die Philosophie - schon seit der Antike - unter dem Terminus Ethos. Auch andere Kulturkreise beschäftigte und beschäftigt diese Frage. Aus alledem wird eines klar: Beliebig ist die Sache nicht. Allein schon die mögliche Vorstellung, das Gute und Richtige, erkennen und anstreben zu können, spricht dafür. Ihre Frage wurde aber nicht gestellt, als ein "WAS ist richtig, was ist falsch?", sondern bezeichnenderweise als eine nach dem "WER entscheidet? Hier kommt Autoritätsstreben und Unterwürfigkeit zum Ausdruck, das Richterprinzip wird zum entscheidenden Prinzip erhoben. Auch ohne dies in Frage zu stellen, gebiert dies dann ganz natürlich die Fragen, wer die Autorität hat, also qua Kompetenz in Sachen theologischer, anthropologischer, ja vielleicht auch intuitiver Begründung Gefolgschaft erzeugen kann. Aber nicht nur Logie, sondern auch Sophie, nicht nur der Verstand, auch das Herz und die Seele werden bejahen müssen.
Damit kommen wir zu
2) "In dieser Sache muss jeder in sein Herz schauen, wie er das sieht." Eben noch wurde eine autoritative Person als Entscheidungsträger thematisiert. Nun aber werfen sie jeden auf sich selbst, was wahrscheinlich tolerant klingen soll. Nur sind tolerante Normen eben keine. Wenn sie schreiben, daß in DIESER Sache sich die Sache soundso verhält, dann geben sie damit implizit zu erkennen, daß dies kein Grundsatz, also kein Gesetz im Kant‘schen Sinne ist. Dann aber ist zu begründen, warum ausgerechnet in dieser Sache so zu verfahren ist, in den anderen aber nicht: der Unterschied ist zu begründen. Dies fehlt mir hier. Dann schreiben sie MUSS (das Lieblingswort des Politikers). Wenn damit keine naturgesetzliche Kausalität gemeint ist, was nicht angenommen werden kann, dann ist doch die Notwendigkeit genau dieser (und keiner anderen) Waltung zu begründen. Damit sind wir mitten in einer deontologischen Auseinandersetzung, die, wie schon an anderer Stele dargelegt, hier eben unvermeidlich ist und nicht eingespart werden kann, was selbst aus diesem toleranzkonnotiertem Postulat selbst hervorgeht und es dieses mithin, wenn auch postmodern und zeitgeistig geadelt, als in sich widersprüchlich entlarvt.
Nun ist dies gar kein Wunder. Es ist eben ein vielschichtiges Problem, bei dem die Ebenen nun einmal leicht durcheinanderkommen. Unsere Zeit hat es da besonders schwer. Hinzu kommt, daß Sichtbares und Berührbares uns eben selbst leichter berührt, die Frau, Mutter und Familie, die Sorgen der Aufzucht erfahren deshalb leicht und mehr Empathie als die oder der Ungeborene, unsichtbare Menschen eben. Diese Eindringlinge in das Leben Anderer, obschon man doch "so aufgepaßt hat". Es ist deshalb hilfreich, neben den Schwingungen menschlicher Herzensgüte und des Seelentrostes auch die Vernunft zu gebrauchen. Also zu schauen, ob die eigenen parteinehmenden Herzensregungen auch einer allgemeinen Logik unter Gebrauch bewährter Denkstandards standhalten. Das so erkennbar werdende Gesetz der Lebenserhaltung (siehe erster Kommentar zum Artikel) ist dabei auch deshalb wahr, weil es selbst die Herzensregungen, die anderes gebieten, erst ermöglicht.
Nun sind wir aber auch damit noch nicht fertig, denn auch wenn wir erkennen, daß wir das Leben von Anbeginn schützen sollen, so ist damit noch nicht die Frage beantwortet, wie dies getan werden soll, vielmehr überhaupt getan werden kann. Und hier wird schnell klar, daß die Mutter, und insbesondere die neu gewordene Mutter als Frau, gewonnen werden müssen. Man kann nur Mutter und Kind zusammen schützen, dies ist Natur des Lebens. Lebensschutz fängt als Mutterschutz an, ja als Familienschutz, als Eheschutz. Wenn alle diese gewachsenen und womöglich natürlichen Institutionen aber durch den Herrn "Staat" ersetzt werden (Demokratie zerstört systemimmanent alles zwischen dem "Souverän" "Stimme/Individuum" und dem Abstraktum "Staat"), dann ist alles der Willkür der Mehrheit ausgesetzt, dann gibt es kein richtig und falsch, sondern nur noch ein "basta". Schon heute findet sich in Politikermunde allenfalls zu Sonntagsreden noch ein Wort zu den Familien, von der Ehe aber ist schon gar nicht mehr die Rede. Andererseits werden von Christen Ehe und Familie unchristlich und unwirklich überhöht. Worum es hier aber geht ist, daß sehr wohl erkennbar sein kann, was sein soll. Der Schutz auch des ungeborenen Menschen ist deontologisch geboten. Auch ohne die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse unterließen bereits die ersten Christen die Abtreibung, ja es war ihr Erkennungszeichen: "Christen - das sind die, die keine kleinen Kinder töten", hieß es erstaunt und beeindruckt bei den heidnischen Zeitgenossen damals, die sich gar nicht vorstellen konnten, wie eine Sippschaft, ein "Herd" (Haus/Hof/Familie) überleben sollte unter dieser Maßgabe.
Es ist diese - allzu verständliche und verzeihliche - Kleingläubigkeit, die uns auch heute beherrscht. Gott aber ist groß, wir dürfen ihm vertrauen. Und wir sind berufen seine Werkzeuge zu sein, den Ungeborenen ebenso wie den Schwangeren, den Müttern ebenso wie den Vätern zum Schutze, die Wahrheit Wirklichkeit werden lassen, die in jedem Kinde die Göttlichkeit widerspiegeln läßt, für die uns im Christuskinde ein Zeichen gegeben ist. Diesem Christus nachfolgend gilt die besondere Barmherzigkeit aber dem Sünder, dem Manne, der seine Frau zur Abtreibung drängt und nötigt, der Frau, die über ihr Muttersein so verzweifelt ist, daß sie das Geschenk des Lebens ablehnt. Besonders aber denen, die - womöglich kalt und engagiert - ihr Recht auf ihr Leben über das ihres Nachwuchses stellen. Auch hier weht der Geist der Zeit. Das ganze 20. Jahrhundert hat auf Kredit gelebt, die Schuldenberge sind unermesslich, das "Blut" der Wirtschaft selbst ist staatliches Monopol(y)"Geld" geworden. Unser Geld ist Schuldgeld, verramscht ist alles nach uns schon jetzt. Als wenn wir das wichtigste wären. Da ist viel "archos" verlorengegangen, der Fluß der Zeit wird in kurzsichtiger Weise nur an der Stelle des eigenen Eintretens gesehen, die Zeitpräferenz ist hoch wie nie, die Zukunft zum Verfrühstücken da. Dies sollten Betroffene wie Urteilende zugleich bedenken: wir sind schlichtweg gewöhnt und verführt das Jetzt zu sehen und räumen schon deshalb diesem eine Vorrangstellung ein. Dies schadet dem Nachwuchs, den Kindern: Den Geborenen - und eben auch den Ungeborenen. Und so verbietet sich meist eine Verurteilung, wenn auch das Urteil zum Ethos klar ist. Es bleiben uns Buße und Umkehr zum Heil.
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