29.3.13

Nervensägen

"Für alle Nervensägen, die ich in meinem Leben gekannt habe: Diejenigen, die unhöflich und respektlos zu mir waren, die nicht an meine Ziele glaubten und die versuchten, meine Ziele zu sabotieren: Ich segne euch und laße euch los. Und ich danke euch, daß ihr mir die Fakten für dieses Buch geliefert habt.
Jetzt bleibt nur noch zu beweisen, daß die Feder wirklich stärker ist als das Schwert!"

19.2.13

Danke

„Ich danke allen, die meine Träume belächelt haben; sie haben meine Phantasie beflügelt.
Ich danke allen, die nicht an mich geglaubt haben; sie haben mir zugemutet, Berge zu versetzen.
Ich danke allen, die mich in ihr Schema pressen wollten; sie haben mich den Wert der Freiheit gelehrt.
Ich danke allen, die mich abgeschrieben haben; sie haben meinen Mut geweckt.
Ich danke allen, die mich verlassen haben; sie haben mir Raum gegeben für Neues.
Ich danke allen, die mich belogen haben; sie haben mir die Kraft der Wahrheit gezeigt.
Ich danke allen, die mich verletzt haben; sie haben mich gelehrt, im Schmerz zu wachsen.
Ich danke allen, die mich verraten und missbraucht haben; sie haben mich wachsam werden lassen.
Ich danke allen, die meinen Frieden gestört haben. Sie haben mich stark gemacht, dafür einzutreten.
Vor allem aber danke ich all jenen, die mich lieben, so wie ich bin; sie geben mir die Kraft zum Leben! Danke.“

22.12.12

Frohe Weihnachten, Kinder!

"Das Kind erscheint im Denken dieser unserer Zeit als Konkurrent unserer Freiheit, als der Konkurrent unserer Zukunft, der uns den Platz wegnimmt. Wir stellen den Raum unseres Lebens mit Sachen, mit Produkten voll und können gar nicht genug haben von Dingen, die wir planen und die wir auch wieder wegwerfen können. Wir haben allenfalls noch Raum für ein Tier, das sich ganz unseren Launen einfügt. Aber für eine neue Freiheit, für einen neuen Willen, der hereintritt in unser Leben und den wir nicht planen und regulieren können, da haben wir keinen Platz, das ist uns zu beschwerlich.... Insofern geht es hier um sehr Tiefes, darum, wie wir letzten Endes Menschsein begreifen: aus einem großen Egoismus heraus, der sich rundum bedroht fühlt, oder von vertrauender Freiheit her, die eine andere Freiheit annimmt und annehmen kann, weil sie den Menschen letztlich von Gott her getragen und so zur Gemeinschaft der Liebe, der Freiheit des Miteinanders berufen weiß." Weihnachtspredigt 1978, Ratzinger
Gefunden im Kommentarbereich der FAZ.

15.7.12

Wort Bild Gedanke

Der Primat der Gesundheit fordert seinen Tribut und wie schon angekündigt kommt der Blog im Laufe des Jahres in neue Hände.

Hin und wieder tauchte die Frage auf, wieso der Blog so heißt, wie er heißt: Wort, Bild, Gedanke. Er ist dem Denken gewidmet und wir formulieren Wörter, denken aber in Bildern - und im Grunde versuchen wir unsere Bilder in Worte zu fassen und bilden dadurch einen kommunizierbaren Gedanken.

Dazu ging mir vor einigen Tagen ein Gedanke durch den Kopf, der vielleicht Anstoß zu sein vermag, auch im Hinblick auf unsere westliche Überheblichkeit. Ich las von einem altägyptischem Gelehrten, der sich über die Primitivität des Griechischen entsetzte. Und da kam er wieder der Gedanke, daß Menschen auch anders denken vermögen. Und es ist nicht verwunderlich, daß wir uns die Welt chemisch mit Elementen und physisch mit Atomen erklären, wenn wir in einer Sprache leben, die aus Buchstaben besteht.

9.5.12

In eigener Sache

Dieser Blog besteht nun schon viele Jahre, länger sogar, als dies hier archiviert ist. In Kürze kommt er in neue Hände, da der bisherige Hauptautor das Weiterführen dieses Blogs nicht mehr leisten kann.

Allen die hier gelesen haben, sei ein herzliches Dankeschön gesagt. Freund und Feind mögen sich bewußt sein, daß es hier immer darum ging, eigene Positionen ebenso zu reflektieren wie die hier dargestellten.

20.3.12

Wer zum Staat greift...

In der FAZ war ein interessanter Artikel zu islamischen Friedensrichtern in Deutschland: Gerade Recht - von Volker Riebe. Die Mohammedaner insistieren hier auf ein Recht, welches die Kirche längst aufgegegeben hat, obschon der Apostel Paulus dies im 1. Korintherbrief klipp und klar fordert. Dort heißt es unter 3. Rechtsstreitigkeiten vor den heidnischen Gerichten im 6. Kapitel:

"Bringt es einer von Euch, der einen Rechtsstreit mit dem anderen hat, über sich, sein Recht bei den Ungerechten zu suchen statt bei den Heiligen? Wißt ihr denn nicht, daß die Heiligen die Welt richten werden? Und wenn die Welt von Euch gerichtet wird, seid Ihr da nicht zuständig in den geringfügigsten Rechtssachen?
Wißt Ihr nicht, daß wir sogar über Engel richten werden, geschweige denn über alltägliche Dinge? Wenn Ihr also alltägliche Rechtssachen habt, setzt man da gerade diejenigen, welche die Gemeinde verachtet, zu Richtern ein?"

Es lohnt sich, das ganze Kapitel einmal zu lesen und auf sich, gerade in diesem Zusammenhang, wirken zu lassen. Und so ahne ich es und warne, frei nach Jesu Wort in Matth. 26,52: Wer zum Staat greift, wird durch den Staat umkommen. Und das sind wahrlich schon viel zu viele.

18.3.12

Bundespräsidentenwahl: Verstummt

Die WählerInnenstimmen/stimmungen werden in der WahlUrnIn begraben.
Falsch.
Richtig:
Die Wählerstimmen werden in der Urne verbrannt.
Auch falsch.
Richtig:
Die Stimmen der Wählerinnen und Wähler werden in die Wahlurne verbannt.

Fernsehen: Es wirkt

Es gibt Leute, die sitzen 20, 30, 40 oder 50 Jahre vor dem Fernseher - und regen sich auf. Statt einfach abzuschalten.

Vegetable Arier

Wenn ich es mir genauer überlege, dann hat "Fleisch essen" schon etwas Bestialisches. Wenn ich es allerdings nicht so genau überlege, dann schmeckt es nur noch lecker - und ist im Idealfall einfach gesund.

11.3.12

Zehn Gebote

Buch Exodus 20,1-17.
Dann sprach Gott alle diese Worte:
Ich bin Jahwe, dein Gott, der dich aus Ägypten geführt hat, aus dem Sklavenhaus.
Du sollst neben mir keine anderen Götter haben.
Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgend etwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.
Du sollst dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation;
bei denen, die mich lieben und auf meine Gebote achten, erweise ich Tausenden meine Huld.
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen mißbraucht.
Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig!
Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun.
Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.
Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel, Erde und Meer gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt.
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.
Du sollst nicht morden.
Du sollst nicht die Ehe brechen.
Du sollst nicht stehlen.
Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen.
Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten verlangen. Du sollst nicht nach der Frau deines Nächsten verlangen, nach seinem Sklaven oder seiner Sklavin, seinem Rind oder seinem Esel oder nach irgend etwas, das deinem Nächsten gehört.

Psalm 19(18),8.9.10.11.
Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verläßlich, den Unwissenden macht es weise.
Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen.
Die Furcht des Herrn ist rein, sie besteht für immer. Die Urteile des Herrn sind wahr, gerecht sind sie alle.
Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.


Erster Brief des Apostels Paulus an die Korinther 1,22-25.
Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.
Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit,
für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.
Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.

16.1.12

Wolfsfütterung: Zwei Seelen in meiner Brust

Ein alter Indianer saß mit seinem Enkel am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten. Der Alte seufzte und sagte nach einer Weile des Schweigens: "Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam. Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend."

"Welcher der beiden wird den Kampf um Dein Herz gewinnen?" fragte der Junge.

"Der Wolf, den ich füttere." antwortete der Alte.

(Quelle unbekannt)

Wilhelm Reich: Christusmord

Der Titel schreckt auf, doch Reichs Bemerkungen zu den Christusmördern rühren etwas an, welches hier einfach einmal notiert sein will:

Die gepanzerten Menschen saugen die Gebenden aus, weil sie so gewachsen sind (77)
"Der Meister des Gebens weiß nicht, daß die Nehmenden durch chronische Aushungerung die Fähigkeit verloren haben, zu geben. Sie sind zu Sackgassen geworden, die nur in eine Richtung führen. Sie sind echte Blutsauger. Und genau das ist es, was den Meister des Gebens töten wird."

Die Gemordeten verschweigen den Christusmord (175)
"Der Christusmord wird zu allen Zeiten von denjenigen Menschen geschützt, die am meisten unter ihm zu leiden haben."
  • Die Betroffenen melden sich nicht.
  • Die Liberalen und andere werden die Mörder verteidigen.
  • Kleine Führer werden die Mehrheit des »Volkes« vertreten gegen die Betroffenen.
  • Die Gerichte werden nach der Mehrheit gewählt und das Schweigen zementieren.
  • Die Gesellschaftsordnung anzugreifen ist schwierig.
  • Es gibt kein Gesetz, das Liebe und Wahrheit unmittelbar schützt.

15.1.12

Roland Baader lebt

Zweifel? Nein! Der am 8. Januar 2012 verstorbene Roland Baader lebt. Und nicht nur in seinen Werken fort und fort; - ja, sogar dort - im sogenannten Jenseits - ist er bei uns.

Roland Baader: Eine Erinnerung


Lieber Roland Baader, wir werden immer an Dich denken.

25.12.11

Gesegnete Weihnacht!

"Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht." Joh 1,18
Mögen diese Tage Stille und Besinnung ermöglichen.

20.12.11

Stilfrage

"Es ist so eine Sache mit dem Bundespräsidenten. Sein Stil ist schlecht, er ist demokratischer als es das Amt verträgt. Doch ist dies eben nicht präsidial, sondern egalitär. Und selbst dies ist es nicht, wähnt er sich doch gleicher als andere, als - typisch für unsere Zeit - mehr Berechtigter als mehr Verpflichteter. Und so versteht er nicht einmal, was ein Amt überhaupt ist. Daß ein solches gegeben wird, voller Vertrauen - und nicht genommen werden kann wie eine Trophäe. Lassen wir es dabei bleiben und wenden uns Wichtigerem zu: Das Gewaltmonopol des Staates schützt noch den Euro - und es fragt sich, ob es gerechter ist, die Menschen über Steuern auszunehmen oder über Inflation zu betrügen. Oder kommt selbst diese Frage dem wesentlichem nicht nahe: Gibt es überhaupt ein Recht, Menschen zu zwingen, eine bestimmte Währung zu benutzen? Wird die Freiheit der Person und ihre Rechte nicht schon unzulässig beschnitten, wenn zum Gewaltmonopol das Geldmonopol hinzutritt? Wer will bestreiten, daß dies ganz wesentlich den Menschen Handlungsspielräume nimmt und damit, nach Ludwig von Mises, auch die Allgemeinheit um Prosperität bringt.
So kann es nicht bleiben. Die grundsätzlichen Fragen gehören endlich aufgeworfen und endlich klipp und klar benannt, ohne die durch Schulzwang und Lizenzmedien verwaschene Wahrnehmung. Es kann gelingen, wenn man es nur will. Es ist schwerer geworden durch einen allgegenwärtigen Etatismus, der den Staat um des Staates willen legitimieren will - und dies doch nicht kann. Es gibt kein ehrliches und ehrbares Vermögen in diese Richtung, keine korrumpierte Macht mehr, die ihr Gesicht noch zu wahren vermag. In allem Niedergang, den wir zur Zeit erleben, erscheint denn auch - hie und da - das zarte Pflänzchen Hoffnung, welches uns beglückt und die Wahrheit verkündet, daß die Spekulation auf die am nächsten Morgen aufgehende Sonne denn doch alltägliche Wirklichkeit ist."

Und das meint der Schreibstiltest der FAZ dazu: Ich schreibe wie Georg Friedrich Wilhelm Hegel. Nun gut, die müssen es ja wissen.

Sie finden ihn hier: Schreibstiltest

Georg Wilhelm Friedrich Hegel


Mein Kommentar zu Gesine Schwans Artikel wird jedoch anders bewertet:

"Das Mißtrauen im Staate ist eben auch eines der Bürger untereinander. Letztendlich ist es das Hobbes'sche Weltbild der Menschen, die ihresgleichen nicht trauen, die sich die Zähmung ihrer Mitmenschen durch einen vermeintlich neutralen Dritten, durch das Recht eines Stärkeren mit Gewaltmonopol erhoffen, weil sie sich vielleicht nicht einmal selbst trauen. Ohne Überwindung dieses Mißtrauens, dieses urliberalen Urpessimismus des modernen Etatismus gehen wir den hier aufgezeigten Weg des Niedergangs.
Auch die SPD, und wahrscheinlich auch die breite Masse des nach Kratie heischenden Demos, stehen für Schulzwang und Zwangsbesteuerung, Geld- und Letztentscheidungsmonopol, staatlich beschränkte Meinungsfreiheit und andere - "demokratisch legitimierte" - Zwangsmaßnahmen gegen den Nächsten. Der ungebrochene Wille, selbst über den Fernsten im Lande mitzubestimmen, und die leichtfertige Bereitschaft, darum auf die eigene Selbstbestimmung zu verzichten, sind sehr weit erschreckend ausgeprägt."

Friedrich Nietzsche

24.11.11

Daniel in der Löwengrube

Buch Daniel 6,12-28.

Nun schlichen sich jene Männer heran und fanden Daniel, wie er zu seinem Gott betete und flehte.
Darauf gingen sie zum König und erinnerten ihn an sein Verbot; sie sagten: O König, hast du nicht ein Verbot unterzeichnet, nach dem jeder, der innerhalb von dreißig Tagen an irgendeinen Gott oder Menschen außer an dich, König, eine Bitte richtet, in die Löwengrube geworfen werden soll? Der König gab zur Antwort: Die Anordnung steht fest nach dem unwandelbaren Gesetz der Meder und Perser.
Da berichteten sie dem König: Daniel, einer von den verschleppten Juden, achtet weder dich, König, noch das Verbot, das du unterschrieben hast, sondern verrichtet dreimal am Tag sein Gebet.
Als der König das hörte, war es ihm sehr peinlich und er dachte nach, wie er Daniel retten könne. Bis Sonnenuntergang bemühte er sich, ihn freizubekommen.
Doch jene Männer bestürmten ihn und sagten: Bedenke, König, es ist bei den Medern und Persern Gesetz, dass jedes Verbot und Dekret, das der König erlässt, unabänderlich ist.
Darauf befahl der König, Daniel herzubringen, und man warf ihn zu den Löwen in die Grube. Der König sagte noch zu Daniel: Möge dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich erretten.
Und man nahm einen großen Stein und wälzte ihn auf die Öffnung der Grube. Der König versiegelte ihn mit seinem Siegel und den Siegeln seiner Großen, um zu verhindern, dass an der Lage Daniels etwas verändert würde.
Dann ging der König in seinen Palast; fastend verbrachte er die Nacht; er ließ sich keine Speisen bringen und konnte keinen Schlaf finden.
Früh am Morgen, als es gerade hell wurde, stand der König auf und ging in Eile zur Löwengrube.
Als er sich der Grube näherte, rief er mit schmerzlicher Stimme nach Daniel und fragte: Daniel, du Diener des lebendigen Gottes! Hat dein Gott, dem du so unablässig dienst, dich vor den Löwen erretten können?
Daniel antwortete ihm: O König, mögest du ewig leben.
Mein Gott hat seinen Engel gesandt und den Rachen der Löwen verschlossen. Sie taten mir nichts zuleide; denn in seinen Augen war ich schuldlos und auch dir gegenüber, König, bin ich ohne Schuld.
Darüber war der König hoch erfreut und befahl, Daniel aus der Grube herauszuholen. So wurde Daniel aus der Grube herausgeholt; man fand an ihm nicht die geringste Verletzung, denn er hatte seinem Gott vertraut.
Nun aber ließ der König die Männer herbeiholen, die Daniel verklagt hatten, und ließ sie mit ihren Kindern und Frauen in die Löwengrube werfen. Sie waren noch nicht am Boden der Grube angelangt, da stürzten sich die Löwen auf sie und zermalmten ihnen alle Knochen.
Daraufhin schrieb König Darius an alle Völker, Nationen und Sprachen auf der ganzen Erde: Friede sei mit euch in Fülle!
Hiermit ordne ich an: Im ganzen Gebiet meines Reiches soll man vor dem Gott Daniels zittern und sich vor ihm fürchten. Denn er ist der lebendige Gott; er lebt in Ewigkeit. Sein Reich geht niemals unter; seine Herrschaft hat kein Ende.
Er rettet und befreit; er wirkt Zeichen und Wunder am Himmel und auf der Erde; er hat Daniel aus den Tatzen der Löwen errettet.

Quelle: www.evangeliumtagfuertag.org

3.11.11

Fuselanleihe

Hier erklärt Chin Meyer die Finanzkrise einmal exemplarisch:
Viel Freude an seinen Worten und Sprachbildern!

20.10.11

EU-Wirtschaftsregierung? Wer arbeitet, soll auch zahlen!

Wie eine EU-Wirtschaftsregierung aussehen dürfte, dies braucht nicht Spekulation zu bleiben. Ein Blick auf den bereits europaweit regulierten Agrar"markt" bietet bereits heute einen Einblick. So meldet die Zeitschrift Luxemburger Wort:

"EU-Milchquote überschritten. Luxemburg muss zahlen"

Weiter heißt es dort: "Weil in Luxemburg zuviel Milch produziert wurde, muss das Land bis zu einer Million Euro Strafe an die Europäische Union zahlen. Insgesamt überschritten fünf EU-Staaten im Quotenjahr 2010/11 ihre Milchquoten und müssen nun eine Zusatzabgabe von insgesamt 55,57 Millionen Euro entrichten." Zum ganzen Text hier: Wer arbeitet, soll auch zahlen.

26.8.11

Hoffnung

Bewegung? Letztendlich gibt es nur Freiheitssplitter. Bäng. Hier und da. Gestern und heute. Wirklich nur manchmal. Da fliegt einem etwas um die Ohren – betäubt. Terror. Hoffnung. Bewegung. Danach schnappen, blind. Alles ist voller Staub. Ducken. Fliehen. Geschafft oder vergebens.

22.8.11

Modernes Leben im Alter

Animiert von einem zum Nachdenken anregenden, sehr schön geschriebenem Beitrag von Melanie Mühl, habe ich meine Überlegungen dazu aufgeschrieben und biete diese hier zur Lektüre an. Es geht um das Leben im Altersheim, und dort um den Verlust des Persönlichen. In der Einleitung heißt es: "Sie nennen es Seniorenresidenz: Altersheime geben sich viel Mühe, den Eindruck von Sterbestationen zu vermeiden. Für die Betroffenen bleibt dennoch das Gefühl von Schuld und Verrat an den eigenen Erinnerungen."
Sie können ben Blogbeitrag hier komplett lesen: Die beste Lösung des Unlösbaren

Das Problem des alten Menschen, des Insassen im Heim, seine Verringerung der persönlichen Autonomie, ist für viele Charaktere hart und schwer bis gar nicht zu ertragen. Die geringe Autonomie der noch arbeitenden Menschen, der Insassen im Sozialstaat, ist für Freiheitsliebende zeitlebens eine demokratische Hölle. Denn anders als der alte Mensch, desses Psyche und Physis ihn hilfsbedürftig machen, am Ende des Lebens gerade umgekehrt fortschreitend zu seinem Anfange, ist der noch kräftige Mensch, geistig gesund und körperlich vermögend, willens und bestrebt aufzubauen und zu helfen. Doch: Genauso wie es dem parlamentarischem Ausdruck eines gemutmaßten Volkswillens entspricht, genau so muß er helfen. Er ist gezwungen, sein empathischer Impetus ist irrelevant, geradezu gekappt. Und wir beklagen die Abnahme von verantwortungsvollen Handeln in so vielen Lebensbezügen, beklagen die Abnahme von Mitmenschlichkeit und Zuwendung - und erkennen nicht den Grund dafür.
Zwingt die Alten das unbarmherzige Gefüge der - unvermeidlicher Lebensgesetzlichkeit folgend - nachlassenden Kräfte zur Annahme von Pflege, so wird der Bürger vom Mitbürger meist sehr subtil und selbstredend kollektiv, am Ende immer unter Androhung roher Gewalt, in ein sehr wohl vermeidliches papiergesetzliches und anmaßendes, oft völlig unpassendes und immer nicht ideal passendes Korsett gezwungen, fast eine Millionen Vorschriften bedrohen seine Autonomie, negieren sie oft vollständig. Der Irrtum christlicher Politik, die Überhöhung des politisierten Sozialen, ja, die Säkularisierung christlicher Werte und etatistisch-monopolisierende Sozialisierung einst gewachsener Institutionen von Ehe und Familie zu Sozialhilfe und Familiengericht, von Nächstenliebe und Nachbarschaftshilfe hin zur völkischen Schicksalgemeinschaft und weitgehender staatlich verwester Einheitsbildung, Einheitsgesundheit und Einheitsrente ist viel problematischer als es sich die Gründer erdachten. Was im Kleinen geht, läuft noch lange nicht im Großen. Heute ist Solidarität alles - und doch ein völlig leerer Begriff geworden, nur noch eine Worthülse, denn niemand kann noch solidarisch sein - er muß es. Aus Brüderlichkeit wurde Zwangsverbrüderung. Die Überdehnung wertvoller christlicher Ideen aus den gewachsenen und bewährten menschennahen Institutionen, ihre gutgemeinte Übertragung auf riesengroße Sozialitäten, auf institutionalisierte Millionheere, ist furchtbar für die Würde des Menschen und zeitigt eben zunehmend verheerende Folgen. Der Mensch ist nicht mehr Mensch, er ist zeitlebens Insasse, ist Bürger und Volkseigentum. Seine Autonomie ist vernichtet: Er darf sich nicht frei bilden, sondern wird zwangsbeschult. Er darf sich nicht um seine Gesundheit kümmern, sondern ihm wird nur ein Mitbestimmungsrecht in der staatlich verwesten Krankheitsverwaltung eingeräumt. Und dergleichen mehr noch. Also stirbt er nicht mehr bei der Arbeit oder im Kreis der Familie, sondern in den neuen Institutionen der aufgeklärten Moderne. Diese hat den Menschen befreit aus der Knechtschaft und Enge alter Traditionen, Konventionen und Institutionen. Nun ist er das Opfer politischer Konstruktionen und übermenschlicher Institutionen, die er an ihre Stelle gesetzt hat. Nicht das Vertraute bleibt ihm, sondern das ihm Zugeteilte muß er nehmen. Der alte wie der junge Mensch hat in dieser neuen Welt viel Autonomie verloren. Dem Alten ist zur Rebellion der Tod näher, ist ihm als Erlösung mit den Resten seiner Autonomie leichter zugänglich. Der junge Mensch hat keine Chance mehr. Er will leben, sein Selbsterhaltungstrieb treibt ihn in die Arme derer, die ihn zur Anpassung zwingen. Und nichts wird daran anders, wenn dieser Zwingherr angeblich wir alle sind. Die Welt ist eine des demokratischen Befehls geworden, dem man sich nur noch durch den Tod entziehen kann. So tragen wir den Tod kollektiv in jedermanns Lebenskalkül.
Wir räumen dem Kollektiv allgegenwärtig Vorrang ein - und beklagen den Verlust unserer uns doch so eigenen Würde. Sensible drängt es, unseren alten Müttern und Vätern den Verlust der Autonomie, die ein Verlust der Würde ist, abzufedern und liebevoll zu helfen. Ja, sie möglichst diesen Verlust nicht spüren zu lassen. Wie können dieselben sensiblen Menschen dem Verlust der Autonomie - und auch hier der damit verbundenen Würde - im Sozialen zustimmen? Dies gar einfordern, institutionalisieren und gesetzmäßig gewaltsam durchsetzen?
Wahrscheinlich, ich wage diese Prognose, werden die anmaßenden etatistischen Institutionen der Moderne sich angesichts der Überalterung, die wohl selbst ihre Folge ist, überheben. Die Antwort in Deutschland war die staatliche Pflegeversicherung. Bei der auch hier jeder mitmachen muß, auch wenn diese Ausgaben dann wiederum für die Nächstenliebe fehlen. Und womit die Welt wieder ein wenig kälter geworden ist. Hoffentlich erschreckt uns diese Kälte in unseren Altersheimen, deren Zahl auf lange Zeit zunehmen wird, genug, um uns wieder eine Idee zu geben, wie es anders sein könnte. Wie so vieles anders sein könnte. Auch jetzt schon, wo wir noch nicht Dahinsiechen.

20.8.11

Schirrmacher Debatte

Kein Konservativismus kann "ganze Nationen pleitegehen lassen". Dies ist Gottseidank nicht möglich. Daß dies möglich und ursächlich sei, dies behauptet Robert Misik auf taz.de und diese und andere seiner Überzeugungen verdienen es, einmal gründlich beachtet und eingeordnet zu werden. Auch eine Tea-Party und selbst nicht alle Konservativen sind des "Pleite gehen lassens" nicht vermögens. Und sie wollen es auch nicht: Es handelt sich hier zunächst nur darum, die allenthalben betriebene Insolvenzverschleppung endlich beim Namen nennen. Das fortwährende Nachschöpfen von Liquidität (von Geld kann man dabei nicht reden, auch wenn der Geldsozialismus uns zwingt, Euro und Dollar als Geld zu benutzen) ist dies keine Privaten offenstehende Betrugsmöglichkeit, begangen gleich an allen Mitgefangenen dieses "Währungs"systems. Und es geht voll zu Lasten der Menschen. Alle wundern sich über "Preissteigerungen", die doch nur ein Billigwerden, ein Verfall der Staatswährungen sind; wundern sich darüber, daß der Turbo-Monetarismus immer mehr prekäre menschliche Einkommens- und Lebensverhältnisse schafft. Endlich nun trifft es den Mittelstand und dieser wird gerade als nächstes nach unten gezogen. Es ist doch klar, daß immer mehr geschafft werden muß, daß die Qualität der Produkte sinken muß, wenn der Wert des "Geldes" ebenfalls sinkt. Habe ich 100 Äpfel und 100 Moneten und erhöhe dann um 10, sagen wir - um es realitätsgemäßer zu machen - 100 Moneten einfach mal so, dann habe ich noch immer nicht 200 Äpfel. Nur kann der Emittent der zusätzlichen Moneten mehr Äpfel kaufen, jedenfalls problemlos mehr bieten. Die Äpfel werden teurer. Wer seine Arbeitskraft verkaufen muß und (!) in Moneten kaufen muß (gesetzliches Monopol) wird der Dumme sein. Hier liegt ein im Grunde zur Veranschauung sehr vereinfachter, doch auch in seinem Wesen tatsächlich sehr einfacher Ausbeutungsmechanismus vor. Nur blickt man ihn nicht, weil es schleichend geht und Moneten eben auch in ihrer Geldfunktion Wertaufbewahrungsmittel betrachtet werden. (So bewerten selbst viele Edelmetallbefürworter sehr inkonsequent Gold in Euro oder Dollar.) Wenn in obigen Beispiel nun 100 Äpfeln nach Ausweitung der Geldmenge nicht mehr 100 sondern 200 Moneten gegenüberstehen, dann sind weder Äpfel noch Moneten mehr wert geworden. Ein Apfel bleibt ein Apfel: Kalorienwert, Genußwert, Labsal, Ästhetik etc. sind gleich geblieben. Tatsächlich sind die Moneten weniger Wert geworden: 1 Euro/Dollar/"Monet" ist nun nur noch einen 1/2 Apfel wert. Folge: Wer einen ganzen Apfel essen möchte, muß nun statt 1 gleich 2 Moneten auf den Tisch legen.
Hier liegt nun die Tea-Party ganz richtig mit ihren Forderungen, diese Art von Umverteilung endlich zu unterbinden. Sie ist nicht konsequent genug, da sie den Kern dieses ungeheuren Vorgangs nicht aufheben will: das staatliche bzw. staatlich sanktionierte Geldmonopol (ohne Staat gibt es ohnehin keine Monopole, Alleinanbieter könnten ja jederzeit Mitbewerber erhalten, gegebenenfalls mit anderer Technik - das nur am Rande). Hier bleiben sie Etatisten ("Staatler", wie der Autor des Bezugsartikels). Doch wenden sie sich andererseits entschieden gegen einen Urtrick, der Neocons und Neoliberalen, die Inflation als Waffe gegen Gewerkschaftsforderungen ansahen und vielleicht heute noch ansehen, bisher gelang. Man studiere einmal die Überzeugungen des einflußreichen Walter Lippmann (USA).

Schirrmacher & Co. vagabundieren noch in ihrer Bewertung und Neuorientierung, nachdem der Boden gleich etlicher praktischer Überzeugungen durch Verratsaufdeckung entzogen wurde. Dem alten politischem (und genauso entzweiendem, dem "Teile und herrsche"-Prinzip geschuldetem) Koordinatensystem noch verhaftet, schaut er nun nach links. (Ein kleiner Einwurf: Dieser kluge Kopf bewegt sich zwar, bleibt jedoch horizontal.) Und die Linke verordnet, den ja auch libertären Widerstand gegen die Nomenklatura in den USA, als rechts. Und viel zu vielen fällt erst gar nichts anderes mehr ein als ein reflexhaftes "Law and Order"-Getue, wozu letztendlich auch die Überzeugung des taz.de-Autors gehört, der Staat müsse die Märkte bezwingen. Es ist sicher en vogue, es so zu sagen: Dies alles ist nicht hilfreich. Entscheidend für unsere Zukunft wird sein, was den heute und in absehbarer Zukunft in materiell und seelisch prekären Verhältnissen lebenden Menschen nutzt. Und dies zu befördern erfordert die Befreiung der Menschen aus den Klauen eines Monetarismus, der Kapitalanhäufung ("privat" und staatlich) mittels Geldmengenausweitung betreibt. Der Kapitalist ist heuer allzuoft nicht Finanzier, sondern wird selbst finanziert (privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich). Diese "Hilfsprogramme für Reiche" gehen nur inzwischen betragsmäßig extrem in die Höhe und werden allen sichtbar. (Sie gehen in Dimensionen in die Höhe, wie sie nur Staaten befehlen können.) Während andere sich um dieselben (laufend wertloser werdenden) Moneten abstrampeln müssen (Debitismus) und von denselben nach oben umverteilenden staatlichen Händen unter ärgsten Strafandrohungen gezwungen werden, ihr inflationiertes Geld zu benutzen. Wäre der Erfindungsreichtum der Menschen nicht, erfolgten Rationalisierungen (im besten Sinne) nicht, wären steigender Fleiß und Ausdauer der Werktätigen nicht und Lohnverzicht, dann würde die Ausweitung der Geldmenge voll auf die Preissteigerung durchschlagen.
Dieses System ist in Unordnung, und da ist es sehr halbherzig, es ist einfach zu wenig und leider im Ergebnis auch nicht nachhaltig zielführend, wie die Linke und überhaupt die Parteien lediglich versuchen, ein wenig mehr des kreditgeschöpften "Geld"flusses als Wirtschafts-, Sozial- und Armutssubventionen "gerechter" zu verteilen. Sie verteilen sozusagen eben auch die eingebuchte Luft (Moneten-Blasen) mit und entwerten gleichzeitig den im Monopol(y)-Geld ausbezahlten Lohn. Die Basis von Wohlstand ist zuallererst Produktion, das Schaffen von Werten - in jedweder von Menschen zugewiesener Bewertung (also keineswegs nur materiell). Dies bedarf eben auch der Autonomie des Einzelnen, des "Kleinen" gegenüber dem "Großem", dem Sozialwesen - und erst recht ein Freisein von aufoktroyierten konstruierten Sozialsystemen, die ja selbst in den USA inzwischen Überhand nehmen. Dies ist ebenso eine anthropologische wie eine kybernetische Gegebenheit - die Indianer sprachen davon in der Art, "nicht in anderleuts Mokassins wandeln zu können".
Der Mensch als soziales Wesen hat nicht das Recht - und im letzten beschädigt er sich und seinesgleichen auch selbst - anderen die Weltsicht seines Ich-und-meine-Erfahrungen-Wesens aufzuzwängen. Auch geht es fehl, summarisch die Weltsicht einer (siehe Walter Lippmann) bewegten (oder trägen) Mehrheit zum Maßstab zu machen, den man über alle anderen bricht. Ohne Frage, im Politischen ist sicher viel guter Wille im Spiel (mehr noch sind es gute Worte) und man denke auch an die angstrebten Eingrenzungen durch kodifizierte Grundgesetze, Menschenrechte und den Minderheitenschutz. Doch den liberalen, demokratischen und sozialen politischen Staatsverfassungen ist es nicht gelungen, eine immer weitere Ausweitung sozialer Ansprüche zu begrenzen. Selbst sogenannte Privatisierungen weiten die Steuerbasis des Staates aus (ein weites Feld). Vielleicht wäre es gelungen, wenn ihm (und seinen "Kapitalisten") nicht immer wieder neue liquide Mittel zugeflossen wären. Vielleicht hätten mehr Verantwortliche es vorher wissen können.
Jetzt wissen wir es und dies ist eine gute Basis. Es gibt eine parallele Entwicklung der Ausweitung von monetärer Liquidität, von Staatsverschuldung, von Staatsausweitung und dem Auseinandergehen der Reich-Arm-Schere. Hier trifft die Tea-Party den Kern, auch den des linken Pudels. Schirrmacher & Co., ebenso wie Christ- und Sozialdemokraten, wie auch die Linken, steht noch manche schmerzhafte neue Erkenntnis bevor. Eins zeichnet sich bereits ab: Persönliche (soziale/christliche) Solidarität und Mitmenschlichkeit läßt sich letztendlich nicht politisch organisieren. Und ihr Erzwingen funktioniert nicht dauerhaft, da nutzen auch die politischen Aushebungen in den Schützengräben der Katholischen Soziallehre nichts. Auch der Sozialstaat lebt von Voraussetzungen, die er nicht selber schaffen kann. Die Crux der Sache ist das Politische selbst. Und da wird es nun schmerzhaft: Es war ein Sozialist, der 1907 in Frankfurt, in seinem Buch "Der Staat" das Wesen des politischen Mittels so gut beschrieb (Seite 20 oben): Franz Oppenheimer. Die Monetaristen haben nicht nur die Konservativen "gekauft und verraten" (wobei es hier nicht um ein neues Feindbild geht, sondern um die begrenzte Nützlichkeit von Ideen, insbesondere von großen Entwürfen) - im Grunde sozialdemokratische Männer wie Milton Friedmann glaubten sicher wirklich, das etatistisch Soziale so am besten, weil am ökonomischsten, organisieren zu können. Sie behielten Recht: Der Ost-Bolschewismus, das sozialistische Sowjetimperium ist zuerst gescheitert. Der West-Bolschewismus und sein neoliberalistisches Sowjetimperium (Lippmann'sche Expertokratie: soviet, russ. = Experte) erfährt gerade seinen Niedergang.
"Soit" wie der Franzose sagt, dann ist das eben so, dann muß das wohl so sein. In unserem Erschrecken ob der Erfahrungen, in unserer Überraschung ob der gewonnenen Erkenntnisse, ist dies eine gute, weil brauchbare und entspannende Haltung. Wenn jeder einzelne, wie er es kann, es angeht, auf eigenen Beinen zu stehen, wieder etwas Autonomie zurück zu gewinnen und dem großen zerbröckelndem System im besten Sinne etwas abzunehmen, ja, Verantwortung zu übernehmen, dann ist das zu schaffen. Die Finanzkrise ist eine Systemkrise, sicher. Doch unsere Arme und Hände, unsere Maschinen, Bücher, unser Wissen und Fachwissen nimmt uns niemand. Und wir brauchen keine Wut zu haben, keine Wutbürger oder Randalierer zu werden (bei nun wirklich allem psychologischem Verständnis für beides): Besser wird es sein, etwas aufzubauen, den gerechten Zorn verrauchen zu lassen oder umzuleiten in aufbauende Energie und den jeweils eigenen Teil in Ruhe zu erkennen und zu tun. Dies wird keine individualistische Anarchie, der Mensch bleibt ein soziales Wesen, er ist mental und ökonomisch auf andere angewiesen. Das ökonomische Mittel (Oppenheimer), Vertrag und Vertragen, einzusetzen, anstatt statt Zwang und Gewalt, ist wohlgetan. (Dies, liebe NeoCons und NeoLibs, gilt auch für die so gerne propagierte staatliche Durchsetzung von Verträgen. Diese staatlichen Subventionen wollen auch die meisten Tea-Party-Fans nicht streichen. Auch dies ist ein weites Feld.) Kooperation, Genossenschaft, Nachbarschafts- und Nächstenhilfe statt Parteigang und unwürdige Bittstellerei, es bleibt ja alles Gute möglich. Allein der Versuch, es mit Gewalt - und sei es in der anonymen Form des Staates und ähnlicher Vorstellungen - durchzusetzen, ist dabei zu scheitern. Ist das wirklich so schlimm? Es geht langsam hienieden. Wir haben also Zeit, uns für etwas besseres einzusetzen. Nicht mit Forderungen an Andere, sondern an uns selbst; nicht sozialklempnerisch die Welt Dritter konstruierend, sondern die eigene Welt bewältigen und langsam und stetig aufbauend. Und ganz selbstverständlich dort, wo es nötig ist, zu helfen. Zu helfen mit dem, zu geben und zu teilen von dem, was man hat. Ich glaube, da haben sich alle Menschen etwas zu sagen. Lassen wir die Politspielchen weg, schauen wir auf unsere vielfältigen Bedürfnisse, auf die Grenzen unserer Kraft ebenso wie auf die Möglichkeiten, die dieses Wunderding namens Leben bietet.

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Bezugnahmen/Hinweise:

"Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat" von Frank Schirrmacher, faz.net
"Aus Erfahrung klüger - Konservative zweifeln an ihren Analysen" von Robert Misik für taz.de

Aktueller Buchtip: Geld, Bankkredit und Konjunkturzyklen, Autor Jesus Huerta de Soto, deutsche Übersetzung, Verlag Lucius & Lucius, 2011

17.8.11

Toleranz

Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland geriert sich hier erstaunlich tolerant. Dies ist geradezu wunderbar, es zeichnet den modernen Deutschen aus. Er ist tolerant. Menschliche Schwächen, wenn man diese überhaupt als solche kennzeichnen will, toleriert er in christlicher Gnade.

Eine kleine Geschichte:

Der Präses holt (es gilt ja seine verstreuten Gemeindemitglieder abzuholen), bescheiden wie er ist, seinen Audi A4 selbst beim Autohändler ab. Ganz sicher ist er sich nicht: Im Innenraum ist alles schön und gut, der Geruch, nun ja: Da muß man tolerant sein, das Fahrzeug ist ja schließlich neu - Kunststoffe haben das an sich, sagt man. Es wird wohl so sein. Er steigt wieder aus, geht - progressiv - nach vorne: Motorhaube auf, alles gut, Motorhaube wieder zu. Welche Kraft! Es paßt. Ein Gang ums Auto, befreiend, wie der geistige und materielle Fortschritt in seinem Fach. Der Kofferraum präsentiert sich als bester aller Hintern, geschwungen, ausladend, glänzend lackiert. Herrlich, es lohnt sich, es anzusehen. Doch, oh weh: Seitens ergeben sich links 0,49 mm Spalt zum linken Kotflügel, rechts 0,51 mm zum rechten Kotflügel. DAS ist intolerabel: 0,02 mm Abweichung, das geht nun gar nicht. Soviel Toleranz widerspricht jedweder Qualität. Der Präses kauft das Auto nicht. Auch seine Toleranz kennt Grenzen. Er ist und bleibt Materialist.